Geschichte der Drehmöser Hütte

Was treibt eine musische Verbindung in die Berge? Die Suche nach einem Übungsraum für Chor und Orchester, ganz ohne nachbarliche Beschwerden?

Falsch! Erholung von der harten Probenarbeit – beim Bergwandern und Skifahren. Und das nicht erst seit gestern.

Bereits 1926 wurde der Wunsch zahlreicher, skibegeisterter AGVer nach einer eigenen Hütte Wirklichkeit: Die „Reindler Alm“ am Wendelstein konnte für zunächst 10 Jahre gepachtet werden. Da diese Hütte für den ungebremsten Drang des AGVs nach frischer Bergesluft bald zu klein war, der Ausbau einer zweiten, nahe gelegenen Hütte aber nicht genehmigt wurde, musste man sich anderweitig umsehen.

Auf Garmisch und eine der deutschen Landsmannschaft gehörende Hütte fiel die Wahl. Kurzentschlossen wurde sie im Frühjahr 1933 gepachtet und aufgrund der nahen Drehmöser (= Moosgebiete) Drehmöser Hütte genannt. Sie bot mit 6 Betten und 19 Matratzen Platz für 25 Gäste, lag 1300 m ü. NN und offenbarte einen herrlichen Blick auf Karwendel und Wetterstein.

So konnte man 1936 den Verlust der „Reindler Alm“ wegen überzogener Pachtforderungen verschmerzen – man hatte doch jetzt die „Dreh“. Aber auch hier zogen dunkle Wolken auf, als die Deutsche Landsmannschaft den Pachtvertrag 1936 wieder kündigte.

Ihr großes, nahe gelegenes Haus wurde beschlagnahmt und daher wollte man die kleinere Drehmöser Hütte zurückhaben. Es zeigte sich aber bald, dass sie den Ansprüchen nicht genügte. Unser großes Glück! Denn so konnte der AGV im Frühjahr 1937 die Hütte für 15.000 Mark endgültig erwerben.

Und da sitzen die Bundesbrüder bis heute. Um 1950 wurde das Grundstück durch Zukauf und Pacht deutlich vergrößert. 1971 konnte dann der viele Jahre ins Auge gefasste Umbau erfolgen: Die Hütte wurde nach hinten um die Toiletten und Waschräume erweitert, das „Häusl“ mit dem Herzl verschwand.  Zur Seite hin kamen die neue Küche, die Speise und der Aufenthaltsraum für die Hüttenwirtin hinzu. Die Matratzenlager im 1. Stock wichen kleinen Zimmern. 23 Betten in 11 Zimmern standen dem müden AGVer nun zur Verfügung.

Der neue Komfort brachte endlich auch wieder mehr Hüttengäste, nachdem die Anfangseuphorie in den 60er und 70er Jahren deutlich nachgelassen hatte. Nun wurde jedoch das Wasser zunehmend knapp, sodass 1981 eine neue Quelle unterhalb der Hütte erworben und gefasst werden musste. Seitdem liefert sie zuverlässig köstliches Bergwasser und würde es wohl in alle Ewigkeit tun, wenn es keine Schneekanonen gäbe. Der Bau einer Beschneiungsanlage am Hausberg veranlasste nämlich die Gemeinde, eine EU-Vorschrift umzusetzen und den Bau einer Wasser- und Abwasserversorgung in unserem Gebiet voranzutreiben. Im Frühjahr 2008 erfolgt der Anschluss und mit dem Schnee nehmen wir auch Abschied vom eigenen Gebirgswasser.

Aber nicht nur die Zugspitzbahn baut, auch wir sind ständig bei der Arbeit: Modernisieren, Renovieren, Umbauen und Anbauen. Unsere lieb gewonnene, über 80-jährige „Dame“ fordert ständig Aufmerksamkeit.